Alte Medikamente entsorgen

Alte Medikamente entsorgen

Gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) gehören alte Medikamente, ganz gleich ob rezeptpflichtig oder frei verkäuflich, zum sogenannten Sondermüll und dürfen daher keinesfalls über die Toilette entsorgt werden.

Leider ist die Entsorgung alter Medikamente in der Bundesrepublik Deutschland bislang noch nicht einheitlich geregelt.

Zu alten Medikamenten gehören jedoch definitiv verschreibungspflichtige und auch frei über den Handel verkäufliche

  • Tabletten
  • Pillen
  • Tropfen
  • Zäpfchen
  • Sprays
  • Spritzen

Die vier möglichen Entsorgungswege für alte Medikamente

Generell ist es in der Bundesrepublik zulässig, alte Medikamente über gleich insgesamt vier unterschiedlichste Entsorgungswege zu beseitigen. Die erste und einfachste Variante hiervon stellt die Entsorgung über den Hausmüll dar. In den aller meisten Fällen nämlich, können Medikamente und Arzneimittel über den normalen Hausmüll entsorgt werden. Dieser Weg ist der mit dem wenigsten Aufwand verbundene, allerdings wahrscheinlich auch der umweltneutralste Weg der Entsorgung von alten Medikamenten und Arzneistoffen.

Eine zweite Möglichkeit besteht in der Entsorgung alter Medikamente über das sogenannte Schadstoffmobil. Als spezielle mobile Schadstoff-Sammelstelle frequentiert das Schadstoffmobil dabei bestimmte Gemeinden und bietet den dort ansässigen Bürgern die praktische Möglichkeit, auch ihre alten Medikamente und Arzneistoffe entsorgen zu können.

Die dritte Variante der Entsorgung von alten Medikamenten ist mit ihrer Abgabe bei den zahlreichen Recyclinghöfen gegeben. Diese werden von Gemeinden und Kommunen betrieben und sind ebenfalls dazu angehalten, den im Umfeld ansässigen Bürgern ihre alten Medikamente und Arzneistoffe zur sicheren Entsorgung abzunehmen.

Als letzte Möglichkeit kommt schließlich noch die Abgabe alter Medikamente und Arzneistoffe in einer Apotheke in Betracht. Dieser ganz spezielle zusätzliche Service zur Rücknahme von Medikamenten auf rein freiwilliger Basis wird dem Bürger inzwischen bereits von einem Teil der Apotheken angeboten.

Sammlung und Verbrennung

Die hier genannten vier unterschiedlichen Entsorgungswege für alte Medikamente und Arzneistoffe haben dann meist die Aufgabe, die dort abgegebenen Mengen zunächst erst einmal zu sammeln, um sie dann anschließend der geordneten Verbrennung zuzuführen.

Nach einer mechanisch-biologischen Vorbehandlung setzt schließlich die vollständige Verbrennung der entsprechenden Stoffe ein, durch welche definitiv sichergestellt wird, dass die enthaltenen Arznei- und Wirkstoffe zerstört und nicht mehr in unsere natürliche Umwelt gelangen können.

Ausnahmen

Vom simplen und bequemen Entsorgungsweg über den Hausmüll sind allerdings bestimmte Medikamente und Arzneimittel zwingend ausgenommen. Dies betrifft insbesondere spezielle Arzneimittel und Medikamente, wie sie der Behandlung und der Therapie von unterschiedlichsten Krebserkrankungen dienen (zum Beispiel Zytostatika). Bezüglich der Entsorgung dieser hoch speziellen Mittel und Medikamente sollte zunächst erst einmal Rücksprache mit dem verordnenden Arzt gehalten werden.

Keinesfalls in die Toilette oder ins Waschbecken!

Die Statistik besagt, dass jeder zweite Deutsche vor allem angelaufene Tropfen über das Waschbecken oder über die Toilette entsorgt. Dies bringt jedoch ganz erhebliche Gefahren für unsere natürliche Umwelt mit sich, da die in diesen Medikamenten enthaltenen Substanzen in das Grundwasser und damit dann letztendlich wiederum in unsere Nahrung gelangen können.

Während zwar viele dieser Wirkstoffe sich für den menschlichen Organismus durchaus als relativ unproblematisch erweisen, schädigen sie dennoch massiv die Populationen der wild lebenden Tiere und auch die Pflanzen. So tragen Hormonreste der Antibabypille nachweislich zur sogenannten Verweiblichung männlicher Fische bei. Auch durch die Natur nicht mehr abbaubare Röntgenkontrastmittel und große Mengen der meist über Jahre hinweg chemisch extrem stabilen Antibiotika finden sich inzwischen in erschreckend großem Ausmaß in unserem Grundwasser.

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