Handy entsorgen

Handy entsorgen

Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines modernen Handys ist auch in der Bundesrepublik Deutschland von den jeweiligen Vertragslaufzeiten und den Innovationszyklen abhängig. Sie beträgt im Wesentlichen zwischen 18 und 24 Monate. Dies zieht die Konsequenz nach sich, dass allein in Europa in jedem Jahr bis zu 100 Millionen Althandys entsorgt werden müssen. Das entspricht einer Abfallmasse von annähernd 10.000 Tonnen, welche sich auf insgesamt 400 LKW-Ladungen verteilen ließe.

Seit dem 24. März des Jahres 2006 ist es auch hierzulande möglich, alte Handys oder Mobiltelefone gemäß dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz kostenlos zu entsorgen.

Das Recycling von Althandys

Seit etwa dem Jahre 2010 gibt es weltweit annähernd 5 Milliarden Mobilfunkverträge. Ebenfalls werden in jedem Produktionsjahr global bis zu 1 Milliarde an Handys produziert und vermarktet. Deren Haltbarkeit und Nutzungsdauer weist die Statistik mit jeweils annähernd 3 Jahren aus.

Um zu beurteilen, ob und inwieweit das Recycling eines Handys sinnvoll ist, muss man sich die Bestandteile der Geräte anschauen.

Ein Handy besteht zu 56 % aus PVC, zu 25 % aus Metallen, zu 16 % aus Glas und Keramik und zu 3 % aus sonstigen Bestandteilen.

Insbesondere macht das Recycling von modernen Handys Sinn, da zu ihrer Herstellung die als kostbar geltenden Seltenen Erden verwendet werden müssen.

Tantal wird zur Herstellung von Handys benötigt. Es gibt derzeit noch keine Alternative zu diesem Stoff und die globalen Vorkommen werden in annähernd 150 Jahren endgültig erschöpft sein.

Indium wird für Flachbildschirme, für Displays und für Leuchtdioden benötigt und kann bis heute durch keinen anderen Stoff ersetzt werden. Die Größe der globalen Vorkommen ist nicht eindeutig bekannt.

Die Reserven an Gallium, an Lithium, Palladium und Platin sind ebenfalls knapp bemessen.

Ebenso enthält jedes moderne Handy Kupfer in seinen Leiterplatten, Gold und Silber in seinen korrosionsbeständigen Kontaktoberflächen, Zink und Blei in seinen Lötverbindungen.

Beryllium und Antimon machen ebenfalls das Recycling von Handys lohnenswert.

Aufwändig ist beim Recycling von Handys allerdings das Trennen des anfallenden Materialgemisches. Eine Tonne Handy-Schrott enthält im Allgemeinen 4 g Platin, 340 g Gold, 3.500 g Silber. Durch das Recycling von Handys werden daher wertvolle Rohstoffvorkommen erneut erschlossen, anstatt verbrannt oder auf Deponien gelagert.

Außerdem können bis zu insgesamt 80 % der bei der Herstellung eines modernen Mobiltelefons verwendeten Materialien wieder verwendet werden.

Eine spezialisierte Recyclingindustrie und die gesetzlich verordnete kostenlose Rücknahme alter Handys und Mobiltelefone wären daher aus ökologischer und auch aus ökonomischer Sicht heraus durchaus sinnvoll.

Auch wäre es möglich, bei der Rückgabe eines alten Mobiltelefones zum Recycling ein Pfand an den Kunden auszuzahlen. Dieses könnte zwischen 30 Euro und 100 Euro je Gerät betragen.

Politische Sinnhaftigkeit vom Recycling von Mobiltelefonen

Die moderne Industrie benötigt zur Herstellung eines Mobiltelefons bis zu 30 Metalle und Mineralien. Diese Rohstoffe müssen teilweise in Minen abgebaut werden, die sich unter der Kontrolle sogenannter Warlords befinden.

Mit den entsprechenden Gewinnen aus diesen Minen werden durch die Warlords ihre Privatarmeen und die Führung von Bürgerkriegen finanziert. Auch der Ostkongo-Konflikt ist mit solchen Gewinnen finanziert.

Ein gesetzlich verordnetes und organisiertes Recycling moderner Mobiltelefone würde die entsprechenden Hersteller vom Bezug der Rohstoffe aus den Minen der Warlords zumindest teilweise unabhängig machen.

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