Medikamente entsorgen

Jeder hortet sie irgendwo daheim und hat teils massenweise davon in irgendwelchen Schubladen und Schränkchen liegen: Medikamente. Meistens hat man nur ein Wehwehchen und kauft in der Apotheke gleich eine ganze Packung, weil die Abgabe in Einzelstücken in Deutschland eher unüblich ist, ganz im Gegensatz zu vielen Ländern im Ausland. Man nimmt vielleicht zwei, drei Tabletten und der Rest des Riegels wandert in die Hausapotheke, wo er dann so lange liegen bleibt, bis das Verfallsdatum abgelaufen. Bei Medikamenten sollte man dieses auch unbedingt beachten, denn manche Inhaltsstoffe verlieren mit den Jahren nicht einfach nur ihre Wirkung, sondern können eine ganz andere entfalten und dem Körper teils enormen Schaden zufügen. Nein, bei Medikamenten sollte man vorsichtig sein.

Medikamente dürfen nicht in den Umweltkreislauf gelangen

Dasselbe gilt auch deren Entsorgung! Wenn der Körper schon so empfindlich auf die Inhaltsstoffe von solch kleinen Pillen reagiert, wie muss es dann erst um die Umwelt bestellt sein, wenn diese Inhaltsstoffe ungehindert in den Umweltkreislauf geraten? Meistens geschieht dies dadurch, dass unsachgemäß entsorgte Medikamente ins Grundwasser gelangen. Die Inhaltsstoffe dort wieder heraus zu bekommen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit und mit dem Leitungswasser nimmt der Mensch dann diese Stoffe zu sich. Auch wenn dies natürlich in sehr kleinen Dosen geschieht, so geschieht es doch konstant und der Körper speichert die Stoffe. Die Folge: der menschliche Organismus gewöhnt sich viel zu sehr daran und wird immun gegen die entsprechenden Stoffe. Bestes und bekanntestes Beispiel ist der viel zu hohe Östrogen-Spiegel, welcher regelmäßig bei deutschen Männern gemessen wird. Dieser kommt zwar nicht durch unsachgemäße Entsorgung der ´Pille´ zustande, sondern dadurch, dass das Östrogen mit dem Urin der Frauen in den Grundwasserkreislauf gerät, und das seit Jahrzehnten. Aber anhand dieses Beispiels kann man sich ausmalen, was wohl passieren würde, wenn man alle Medikamente, die in Deutschland entsorgt werden müssen, einfach in den See kippen würde.

Massenweise Medikamente müssen Tag für Tag entsorgt werden

Wie viele Medikamente allein pro Tag in Deutschland entsorgt werden müssen, kann man sich leicht ausrechnen. Auch wenn die Gesellschaft die Abhängigkeit von Medikamenten gerne totschweigt und der Umfang der Hausapotheke auch eher selten Bestandteil einer Konversation in festlicher Runde ist, so sind die verschiedensten Medikamente doch allgegenwärtig. Ob Hustensaft für die Kinder, starke Kopfschmerztabletten für die Millionen, die von Migräne geplagt sind oder Morphium-Präparate für die Millionen, die an Krebs leiden, da kommen jeden Tag Tonnen abgelaufener und nicht mehr benötigter Medikamente zusammen. Rheumasalben, Augentropfen, Anti-Depressiva, Mittel gegen Sodbrennen oder Viagra für den standhaften Mann, all diese Medikamente enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die nichts im biologischen Kreislauf verloren haben. Dasselbe gilt natürlich auch für die aufwendigen Verpackungen. Also: wohin damit?

Keine einheitliche Entsorgung von Medikamenten in Deutschland

In Deutschland gibt es seltsamerweise noch keine allgemeine Regelung, wie Medikamente zu entsorgen sind. Für Elektroschrott hat der Gesetzgeber das zwar schon vor Jahren hinbekommen, für Medikamente ist die Entsorgung dagegen noch Sache der Länder und Kommunen. Hier sollte unbedingt so bald wie möglich nachgebessert werden. Also hat der Einzelne die Aufgabe, sich zu erkundigen, wie und wo er seine zu entsorgenden Medikamente loswerden kann. Denn auch wenn der Gesetzgeber es fahrlässigerweise immer noch in vielen Fällen gestattet, die Medikamente einfach in den Hausmüll zu geben, ist dies in einem Land, deren Gesellschaft so erpicht auf Recycling und Umweltbewusstsein ist, eigentlich eine Schande. Zwar wird der Restmüll in Deutschland in modernen Anlagen verbrannt und kommt nicht mehr auf die Mülldeponie, so ist die vollständige Verbrennung einiger Inhaltsstoffe in Medikamenten doch oft gar nicht möglich. Diese müssen gesondert behandelt werden, damit sie unschädlich für die Umwelt gemacht werden.

Medikamente richtig entsorgen

Wer als ´besorgter Bürger´ alles richtig machen will, nutzt die Möglichkeit, seine Medikamente kostenlos beim örtlichen Recycling-Hof abzugeben. Natürlich sollte man nicht wegen einer halben Packung Kopfschmerztabletten dort vorbeifahren, sondern nur, wenn es sich auch lohnt. Also am besten sammelt man die alten Medikamente an einer für Kinder unzugänglichen Stelle und gibt die gesammelten Werke dann bei Gelegenheit als Gesamtpaket ab. Noch eleganter ist der Weg über die Apotheken. Diese sind zwar nicht dazu verpflichtet, alte Medikamente entgegen zunehmen und fachgerecht zu entsorgen, aber viele Apotheken bieten ihren Kunden diesen Service freiwillig an. Diese Möglichkeit sollte man auch unbedingt nutzen, wenn man das nächste Mal dort vorbei geht, der Umwelt und dem Menschen zuliebe.

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