Chemietoilette entsorgen

Aus aktuellem Anlass haben wir einen Artikel über die Gefahr (und richtige Entsorgung) des Coronavirus verfasst.

Modernes Camping ohne Chemietoilette ist kaum vorstellbar. Auf lange Sicht stellt sich aber wieder die Frage, wie eine Chemietoilette richtig entsorgt werden kann. Das unmittelbare Entleeren in der Natur ist auf diese berechtigte Frage allerdings keine angemessene Antwort!

Wie entsorgt man eine Chemietoilette?

Eine Chemietoilette darf nicht in freier Natur entsorgt werden. Auch der öffentliche Gully ist nicht der richtige Platz. Der Inhalt der Chemietoilette kann über ein herkömmliches WC, das an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen ist, entsorgt werden.

Außerdem gibt es an vielen Orten und Campingplätzen spezielle Entsorgungsstationen für Chemietoiletten. Gerade bei Wärme ist es ratsam, die Chemietoilette möglichst häufig – etwa alle drei Tage – zu entleeren.

Die Entleerung der Chemietoilette in der Natur ist verboten

Ist die Chemietoilette während des Campingurlaubs voll, dann lockt für viele Besitzer eine Entleerung unmittelbar an Ort und Stelle, in der freien Natur. Diesem naheliegenden Ansinnen hat der Gesetzgeber aber mit Recht einen Riegel vorgeschoben: Die Entleerung der Chemietoilette in der freien Natur ist verboten.

Es ist nämlich im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Annahme nicht dasselbe wie eine einfache Notdurft in den Büschen: Die Chemietoilette enthält, wie der Name schon sagt, chemische Zusätze, und diese sind potenziell umweltschädlich und haben deshalb in der Natur nicht zu suchen.

Auch die verbreiteten Gullys sind nicht der richtige Platz für die Entleerung einer Chemietoilette, denn die darunter liegenden Kanäle dienen vor allem dem Abfluss von Regenwasser und werden nicht immer ins nächste Klärwerk geleitet.

Eine Chemietoilette kann über ein normales WC entleert werden

Eine naheliegende, aber oft nicht berücksichtige Lösung um eine Chemietoilette zu entsorgen, ist die normale Toilette, also eine Toilette, die an das öffentliche Abwassersystem angeschlossen ist.

Auf diese Weise ist es zum Beispiel ein Leichtes, nach der erfolgreichen Heimkehr die benutzte Chemietoilette über das hauseigene WC zu entleeren. Auf Reisen ist das zwar grundsätzlich auch möglich, allerdings muss natürlich vorher immer das Einverständnis des Besitzers der fraglichen Toilette eingeholt werden.

Das Heim-WC als Entleerungsstation ist für lange Reisen nur bedingt hilfreich.

Für Chemietoiletten gibt es spezielle Entleerungsstationen

Eine weitere Möglichkeit zur Entleerung von Chemietoiletten sind darauf ausgelegte Entleerungsstationen, die sich zum Beispiel auf den meisten größeren Campingplätzen finden.

Unter Umständen fällt für die Benutzung der Entsorgungsstation allerdings eine Gebühr an – diese Konditionen müssen jeweils vor Ort erfragt werden. Mitunter ist auch eine Abgabe im örtlichen Klärwerk möglich. Die Verwaltung der fraglichen Campinganlage ist hier der richtige Ansprechpartner.

Die Chemietoilette sollte in jedem Fall regelmäßig geleert werden, etwa alle drei Tage, wenn sich die Möglichkeit bietet. Gerade bei hohen Umgebungstemperaturen entwickelt sich trotz aller Chemikalien schnell eine Geruchsbelästigung.

Auch die Häufigkeit der Benutzung und die Art der Benutzung spielen eine Rolle. Grundsätzlich gilt aber die Drei-Tage-Regel und es ist immer besser, das Limit der Chemietoilette nicht ständig auszureizen.

Rechtzeitige Entlüftung und Entleerung der Chemietoilette hilft dabei, der Bildung von Keimen vorzubeugen.

Die Chemietoilette ist potenziell umweltschädigend

Die Chemietoilette mag in der Praxis äußerst hilfreich sein und auch die mit der Sache einhergehende Geruchsbelästigung effektiv eindämmen. Das wird aber durch die Zuhilfenahme eines chemischen Cocktails erkauft, der für die Umwelt eine deutliche Belastung darstellt.

Wann immer es möglich ist, sollte deshalb auf den Einsatz einer Chemietoilette verzichtet werden. Gerade die besonders bequemen Modelle, die selten entleert werden müssen, erzielen diese Qualität durch das Zutun aggressiver Chemikalien.

Oft lässt sich aber der Chemikalienverbrauch durch eine regelmäßige Zugabe von Wasser minimieren. Auch Naturprodukte sind eine Lösung, allerdings wird damit in der Regel nicht dieselbe Effektivität erreicht wie auf chemischem Weg.

Jedoch lässt sich dieser Nachteil durch ein tägliches Entleeren annähernd ausgleichen.

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