Thermopapier entsorgen

Vorsicht, Falle! Thermopapier trägt zwar das Wort Papier im Namen und gehört auch zur selben Familie wie die zahlreichen Papiersorten, die für gewöhnlich in die Altpapiersammlung wandern – aufgrund einiger Besonderheiten bei der Fertigung erfordert es aber eine Sonderbehandlung. Das ist wichtig zu wissen, denn Thermopapier spielt eine wichtige Rolle im Alltag – zum Beispiel als Kassenbon oder Kontoauszug. Bei der Entsorgung von Thermopapier sollte man genau hinsehen.

Wie entsorgt man Thermopapier?

Thermopapier entsorgt man auf keinen Fall im Altpapier, sondern es gehört in die Restmülltonne. Es enthält nämlich potenziell schädliche Stoffe, welche das Recycling behindern.

Thermopapier ist kein gewöhnliches Papier

Auch wenn die Versuchung groß ist: Thermopapier hat im Altpapier nichts zu suchen, auch nichts in der blauen Papiertonne. Denn Thermopapier ist mit einer potenziell gesundheitsschädlichen Substanz namens Bisphenol A (kurz: BPA) beschichtet, damit es bei gezielter Hitzeeinwirkung zu einer chemischen Reaktion kommen kann, bei der dann die Beschriftung entsteht.

Dadurch entfällt die Notwendigkeit, den Thermodrucker mit Farbkartuschen zu bestücken. Der Nachteil: BPA ist ein gefährlicher Stoff, der die menschlichen Hormone beeinflusst.

Es genügt schon, einen Kassenbon nur kurz in der Hand zu knüllen, um eine schadhafte Menge BPA über die Hautporen aufzunehmen.

Thermopapier wird sich verändern

Die Gesundheitsrisiken beim Umgang mit Thermopapier sind erheblich und inzwischen auch flächendeckend bekannt. 2016 hat die EU ein entsprechendes Verbot erlassen, das allerdings erst 2020 in Kraft tritt. Bis dahin ist noch immer Vorsicht geboten.

Übrigens ist das Thermopapier nicht nur eine Gefahr für den Menschen, sondern auch für Tiere und Umwelt. Es wurde in der Vergangenheit bereits eine Schädigung der Fortpflanzung und Entwicklung von Fischen und Amphibien dokumentiert.

Thermopapier ist eine Gefahr für den Recyclingkreislauf

Thermopapier gehört aus den genannten Gründen also nicht in die Altpapiersammlung – und auch nicht in die Wertstofftonne! Denn für den Recycling-Kreislauf ist das BPA im Thermopapier ein ebenso gefährliches Gift wie für den Menschen. Denn BPA wird in einem herkömmlichen Recycling-Verfahren nicht etwa ausgefiltert, sondern gelangt vielmehr in alle Papiersorten, die aus der mühsam recycelten Masse neu angefertigt werden.

Das bedeutet: Auch Papierprodukte, die normalerweise kein BPA-Risiko tragen, werden dadurch plötzlich mit dem gefährlichen Stoff infiziert!

Außerdem entstehen BPA-haltige Klärschlemme, die wiederum das Wasser und die Umwelt verseuchen. Es ist also keine Schikane und behördliche Willkür, sondern ganz einfach in jedermanns gesundem Interesse, Thermopapier gesondert zu entsorgen.

Thermopapier gehört in die Restmülltonne

Es bleibt für das Thermopapier also nur ein gangbarer Entsorgungsweg: Die Restmülltonne. Dort hinein sollten alle Produkte, die aus Thermopapier bestehen – es sind nicht mehr allzu viele: Die kleinen Kassenbons, Kontoauszüge und gelegentlich Faxpapier dürften die häufigsten noch üblichen Verwendungszwecke für Thermopapier sein.

Für alle anderen Papiersorten gilt natürlich nach wie vor: ab damit in die Altpapiersammlung – der Umwelt zuliebe! Da überdies davon auszugehen ist, dass die Altbestände von Thermopapier noch aufgebraucht werden, sollte auch im Jahr 2020, wenn das Verbot von Thermopapier mit BPA in Kraft tritt, zunächst noch die Restmülltonne zwecks Entsorgung herhalten.

Nach der Entsorgung von Thermopapier sollten zudem noch gründlich die Hände gewaschen werden.

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