Styropor entsorgen

Altes Styropor entsorgen

Styropor ist ein Produkt, das jeder kennt – und kaum einer weiß, dass Styropor eigentlich ganz anders heißt. Styropor ist lediglich der Handelsname, unter dem das expandierte Polystyrol, kurz EPS, weithin bekannt wurde. In Zukunft soll das expandierte Polystyrol aber unter dem griffigen – und natürlich rechtlich geschützten – Namen Airpop vermarktet werden. Für die richtige Entsorgung von Styropor ändert sich deshalb aber nichts.

Wie entsorgt man Styropor?

  • Styropor aus Verpackungen gehört zur Entsorgung in den Gelben Sack.
  • Styropor als Isoliermaterial entsorgt man im Restmüll.
  • Es besteht größtenteils aus Luft, lässt sich aber dennoch nur schwer recyceln.
  • Styropor ist preiswert und darum in der Industrie beliebt.
  • Manche Händler wie Ikea nehmen Styropor-Verpackungen zurück.
  • Große Mengen Styropor sollten zur Entsorgung auf den Wertstoffhof gebracht werden.

Styropor ist ein Millionenseller mit Tradition

Styropor ist eine langjährige Erfolgsgeschichte – und heute überall zu finden. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Forscher auf das Styropor aufmerksam, das im Lauf der Jahre verschiedene Namen erhielt und 1950 in seiner heute bekannten Form bei dem deutschen Chemiekonzern BASF entwickelt und zum Patent angemeldet wurde.

Styropor ist weltweit ein echter Dauerbrenner – allein die deutsche Kunststoffindustrie verarbeitet über 800.000 Tonnen Styropor im Jahr!

Styropor ist eine Zufallsentdeckung

Wie viele erfolgreiche und bedeutende Erfindungen verdankt auch das Styropor seine Entdeckung einem Zufall: Der BASF-Wissenschaftler Dr. Fritz Stastny hatte im Jahr 1949 ein Experiment, bei dem er Äther mit Polystyrol mischte, zum Wochenende einfach vergessen.

Als er dann wieder zur Arbeit erschien, erwartete ihn anstelle der kleinen Dose ein weißer Berg aus expandiertem Polystyrol.

Stastny und seine Kollegen erkannten sogleich das große Potenzial dieser Entdeckung und brachten Styropor binnen weniger Jahre zur Marktreife. Bereits 1952 wurde auf der Düsseldorfer Kunststoffmesse das neue Produkt vorgestellt, das die Messebesucher besonders durch sein verschwindend geringes Gewicht beeindruckte.

Styropor wurde zum wichtigen Bestandteil von Verpackungen

In den 1960er- und 1970er-Jahren trat das Styropor seinen weltweiten Siegeszug als unverzichtbarer Bestandteil in Verpackungen an; vor allem die Hersteller elektrischer Geräte wussten die preiswerte Sicherheit zu schätzen, die das neue Wundermaterial ihnen gewährleistete.

In den 1980er-Jahre wurden schließlich sogar Lebensmittel in Styroporverpackungen ausgeliefert!

Wer heute eine Waschmaschine bestellt, kann mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass er auch einiges an Styropor dazu bekommt. Die flächendeckende Verbreitung von Styropor bedeutet aber auch: Viele Verbraucher stehen vor der Frage nach der richtigen Entsorgung.

Diese gestaltet sich häufig schon aufgrund des schieren Volumens von Styropor als nicht unproblematisch – schließlich lässt sich Styropor im Unterschied zu Papier kaum sinnvoll verkleinern.

Styropor aus Verpackungen darf zur Entsorgung in die Gelbe Tonne

Styropor wird im Alltag häufig verwendet, um Verpackungen auszupolstern und empfindlichen Elektrogeräten einen festen Halt zu geben. In kleinen und großen Abmessungen findet es auf diese Weise seinen Weg in unzählige Haushalte, die dann allesamt auch wieder vor der Frage der richtigen Entsorgung stehen.

Im Falle von Styropor, das als Teil einer Verpackung genutzt wird, lässt sich diese auch ganz einfach beantworten: Dieses Styropor gilt selbst als Verpackung und darf über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne entsorgt werden, größere Mengen nimmt der Wertstoffhof entgegen – zumeist kostenlos, doch sollten die genauen Konditionen vor der Abgabe auf der offiziellen Internetseite der zuständigen Behörde in Erfahrung gebracht werden.

Styropor ist ein beliebtes Isoliermaterial – und gehört als solches in den Restmüll

Weil Styropor sehr gute Dämmeigenschaften besitzt, wird es häufig bei der Dämmung von Hausfassaden benutzt. Aus diesem Grund taucht bei Renovierungsmaßnahmen auch immer wieder Styropor auf.

Falls dieses nicht weiterverwendet werden kann, sondern entsorgt werden muss, kommt dafür aber nicht der Gelbe Sack infrage – denn das Isolier-Styropor zählt nicht als Verpackungsmaterial, sondern gehört ganz einfach in den Restmüll.

Wird Isolier-Styropor fälschlicherweise in die Gelbe Tonne gegeben und von dem Entsorgungsunternehmen als solches erkannt, kann die Abholung verweigert werden. Der Grund für diese Trennung ist einleuchtend: Styropor, das als Dämmmaterial verwendet wird, muss bestimmten Sicherheitsvorschriften genügen und ist deshalb häufig mit Flammschutzmitteln versetzt, was das Recycling erschwert.
Auf Styropor aus Verpackungen trifft das nicht zu, weshalb beide Varianten unterschiedlich entsorgt werden müssen.

Größere Mengen an Styropor gehören auf dem Wertstoffhof entsorgt

Handelsübliche Mülltonen, ob Gelber Sack oder Restmülltonne, sind mit größeren Mengen von Styropor schnell überfordert. In diesem Fall ist es am sinnvollsten, das Styropor zu sammeln und direkt auf dem Wertstoffhof abzugeben.

In den meisten Fällen ist das kostenlos möglich, weil die Konditionen aber von Landkreis zu Landkreis verschieden sind, ist es immer gut, vor der Abgabe die Webseite der zuständigen Behörde zu konsultieren.

Alternativ tut es auch ein Anruf bei der Abfallberatung – dort kann der verantwortungsbewusste Verbraucher eine verbindliche und kompetente Auskunft einholen.

Styropor soll als Airpop international vermarktet werden

Styropor soll nach dem Willen seiner Hersteller in Zukunft noch erfolgreicher werden. Dafür wurde im Jahr 2014 eigens ein neuer Name kreiert, der das Markenprofil schärfen soll: Airpop klingt eingängiger und internationaler als die bisherige Bezeichnung und soll mit dem bislang üblichen Namenswirrwarr Schluss machen – denn trotz des hohen Bekanntheitsgrades von Styropor gab es immer noch alternative Namen, die bei den Kunden mitunter für Ratlosigkeit sorgten.

Außerdem steckt mit dem englischen Wort air endlich der wichtige Begriff ›Luft‹ in dem neuen Handelsnamen – denn tatsächlich handelt es sich bei Styropor ja fast ausschließlich aus Luft.

Styropor ist fast nur Luft – aber äußerst widerstandsfähig

98 Prozent von Styropor sind Luft, aufgeblasene Luft. Trotzdem ist Styropor ein äußerst widerstandsfähiges Material, das effektiven Schutz bietet. Die Hersteller von Airpop bieten deshalb interessierten Kunden ein besonderes Experiment an: In einem Styroporhelm soll ein festgezurrtes rohes Ei zu Boden fallen und dabei völlig unversehrt bleiben.

Das Ergebnis ist nicht nur für Kinder faszinierend und erklärt, warum Styropor so regen Gebrauch erfährt. Tatsächlich ist Styropor so erfolgreich, dass es auch als separates Produkt an den Endkunden verkauft wird – die großen Baumärkte bieten ganze Regale voller Styroporplatten an.

Styropor ist ein preiswerter Werkstoff, aber schlecht zu recyceln

Der größte Vorteil von Styropor liegt in seiner preiswerten Produktionsweise. Zu vergleichsweise geringen Kosten lassen sich schnell und unkompliziert große Mengen herstellen. Für die Umwelt ist dieser Vorteil aber ein Nachteil, denn Styropor lässt sich außerordentlich schlecht recyceln – deshalb wäre es aus Umweltschutzgründen besser, wenn möglichst wenig auf ihn zurückgegriffen würde.

Problematisch sind zudem die hohen Transportkosten – Styropor wiegt fast nichts, nimmt aber viel Platz in Anspruch. Weil Styropor zudem bei der Entsorgung meist verunreinigt oder mit anderen Stoffen vermischt ist, wird es selten recycelt.

Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf Alternativen zu Styropor – an ein Ende der Styroporproduktion ist aber noch lange nicht zu denken, im Gegenteil. Deshalb sind Experten immer auf der Suche nach besseren Recyclingmethoden.

Ein erfolgversprechender Ansatz stellt ein Verfahren dar, bei dem das Styropor bereits während der Sammlung mit einem Lösungsmittel behandelt wird – so kann das wiederverwertbare Polystyrol hochrein gewonnen werden. Wird Styropor unter Lichtausschluss gelagert, hält es sich lange Zeit – davon geht zwar keine unmittelbare Gefahr aus, die Entsorgung wird aber deutlich erschwert.

Für besseres Recycling: Ikea setzt auf Pilz statt Styropor

Die schlechten Recyclingmöglichkeiten von Styropor bringt umweltbewusste Firmen dazu, nach diesbezüglich besseren Alternativen zu suchen. Vorreiter einer solchen Politik war schon immer der schwedische Möbelhändler Ikea:

Hier experimentiert man mit einer erneuerbaren Verpackung aus dem Pilz Mycelin. Dieser wächst in vorgefertigten Formen heran, bindet dabei Bioabfälle und stellt nach erfolgter Trocknung das Wachstum ein. Eine neue Verpackung ist entstanden, die nach Gebrauch einfach als Dünger verwendet oder Biomüll entsorgt werden kann!

Wellpappe als zusätzliche Alternative und Styropor-Rücknahme

Neben dem innovativen Pilzschaum setzt Ikea bei der Verpackung seiner Waren verstärkt auf Wellpappe. Styropor soll so weitgehend vermieden werden. Außerdem bietet Ikea auch eine umfassende Rückgabemöglichkeit für hauseigene Verpackungen an.

Dazu gehört auch Styropor: Neben alten Kartons und Folien können also auch Styroporpolster direkt bei Ikea zurückgegeben werden – ein Angebot, von dem Kunden Gebrauch machen sollten, denn Ikea sorgt dafür, dass die zurückgegebenen Verpackungselemente möglichst umweltfreundlich entsorgt werden.

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